Drei Mal Fünfzehntausend

Für «Drei Mal Fünfzehntausend» haben wir Kurzformate rund um Tanz und Theater für junges Publikum gesucht. Die inhaltliche Beschäftigung soll einen aktuellen gesellschaftsrelevanten Bezug haben. Der Fokus liegt auf Recherche und Prozess. Im Rahmen eines «Showings» teilen die Kunstschaffenden den Arbeitsstand mit einem jungen Publikum.
Aus 28 Dossiers haben wir folgende drei Gruppen ausgewählt und freuen uns auf den gemeinsamen Arbeitsprozess.

Die drei Gruppen:

This is not a side quest

Mit This Is Not A Side Quest (AT) recherchieren wir für ein Tanzstück für junges Publikum (14+) zur Frage, wie Leistungsgesellschaft unseren Selbstwert, unsere Körper und unsere Beziehungen prägt – und wie insbesondere queere Jugendliche alternative Formen von Wert, Gemeinschaft und Fürsorge entwerfen können. Das Ganze möchten wir als Game-Struktur inszenieren. Im «Game» gibt es mehrere aufeinanderfolgenden Welten, welche jeweils in unterschiedlichen Aspekten die Frage, wie unsere Leistungsgesellschaft uns individuell wie kollektiv prägt und welche Alternativen wir als queere Community entwerfen können, untersucht.

FLUX crew

FLUX crew kreiert gesellschaftskritische Stücke und Formate aus und für die Community mit dem Ziel bestehende Wertvorstellungen der mainstream Kunstszene und Kulturpolitik zu hinterfragen und alternative/neue Wege zu finden. Hierbei agiert die Compagnie im künstlerischen und soziokulturellen Bereich. Sie setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und die Teilhabe marginalisierter Künstler*innen ein und sucht nach Wegen, Probenprozesse und Aufführungen möglichst diskriminierungsarm zu gestalten.

In This Is Not A Side Quest (AT) arbeiten Niara Sakho und Sandy Albrecht erstmals als Choreograf*innen-Duo zusammen und verbinden ihre Erfahrungen in verschiedenen Streetstyles, Contemporary und Community-Arbeit zu einer gemeinsamen künstlerischen Handschrift. Niara Sakho begann mit drei Jahren Ballett zu tanzen. Dank Sakhos guineisch Wurzeln kam they früh mit traditioneller Westafrikanischer Musik und anderen Schwarzen Musikstilen und -tänzen in Kontakt, welche them bis heute in their künstlerischen Ausdruck beeinflussen. Später erweiterte Sakho theirs Repertoire mit Jazz, Contemporary und Streetstyles wie Hip-Hop, Dancehall und verschiedene Afro Streetstyles. Seit 2006 arbeitet Sakho professionell als Tänzer*in und Tanzlehrperson, war Teil verschiedener Urban-Dance-Compagnies und wirkte in Bühnen- und Videoprojekten mit und kreierte eigene Stücke. Seit 2024 ist Sakho Mitglied der FLUX crew. Sandy Albrecht schloss deren Tanzausbildung mit dem Titel Bachelor of Arts Urban and Contemporary Dance ab. Albrecht ist Teil der Compagnie FLUX crew, bei der Albrecht als Co-Leitung, Tänzer*in, Choreograf*in und Produktionsleitung wirkt. Albrecht tanzt und choreographiert in nationalen und internationalen Tanzproduktionen. Seit 2024 ist Albrecht als Kämpfer*in und Drag Persona bei der Luzerner*innen Wrestling Gruppe Brigade Brut zu sehen. Zusätzlich teilt Albrecht deren Wissen und leidenschaftliche Hingabe für Tanz mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Laien-Tanzproduktionen und Tanzunterricht.

Don't feed the troll

«Hui», sagt Pumukl und das Publikum freut sich, denn es weiss, Pumukl hat wieder etwas angestellt. Pumukl dabei zuzuschauen, wie er andere ärgert, ist lustig und Meister Eders Geduld mit ihm herzerwärmend - selber im Internet geärgert, also getrollt zu werden, ist jedoch weniger erfreulich. Trollen hat mit dem Internet hat einen Lebensraum gefunden, in dem es wunderbar gedeihen kann: Hinter einem Fake-Account versteckt fällt es leicht, andere zu provozieren und bewusst Fake News zu verbreiten. Je wütender der Getrollten desto froher der Troll. Dabei muss sich ein Troll nicht mit den Verletzungen des Opfers auseinander setzen.

Muss Troll sein nicht Spass machen?

Ich geb's zu. Endlich sagen dürfen, was ich mich sonst nie traue. Macht über andere spüren. Hinter der Maske des Fake Accounts geschützt sein und mir heimlich ins Fäustchen lachen - Zumindest für die Dauer eines Theaterstückes. Es ist ja auch das Zeitalter dafür! Ich wär in guter Gesellschaft. Don`t feed the Troll wird eine Stückentwicklung für Kinder ab 10 Jahren.

Verein raumraum

Der Verein raumraum hat zum längerfristigen Ziel, moralisch ambivalente Themen aufzugreifen, die auf den ersten Blick nicht einem jungen Publikum zugeschrieben werden. Die erste Produktion des Verein raumraums «Gummi mit der Axt» wurde für Premio 2025 ausgewählt und spielt in der Spielzeit 2026/2027 im Thik in Baden und am GZ Buchegg. Dabei handelt es sich um ein visuelles Materialtheater für Kinder zum Umgang des Menschen mit Tieren.

Cornelia Zierhofer (SHE/HER)

Künstlerische Leitung *1993 in Baden, lebt und arbeitet in Zürich. Schulzeit im Aargau, den Niederlanden und Neuseeland. 2014 – 2018 Studium Szenografie an der ZHdK. Bereits während des Studiums ergaben sich Zusammenarbeiten mit dem Zoologischen Museum Zürich und den Nationalpark Museum Zernez (Ausstellung: «die DNA des Steinbocks»), sowie zahlreiche Bühnen- und Kostümbilder am Theater Stadelhofen, dem Ortsmuseum Küsnacht, dem GZ Buchegg, Keller62, Zirkus Chnopf, Südpol Luzern und weiteren. Mit «Care in Progress» (20 min) war sie Teil der Gewinnergruppe der Tankstelle Luzern. Ihre Kostümtrilogie «Fanta&Zorn: show me the face / heart / guts» (je 15 min) wurde für das Format Einsobendrauf (Theater Stadelhofen) ausgewählt. 2024 Abschluss
Master in Theaterpädagogik. 2021 Covid-Stipendium der Stadt Zürich und 2024 die Freiraumförderung des Aargauer Kuratoriums. Mit «Gummi mit der Axt» wurde sie für PREMIO 2025 ausgewählt.

Aalange

Chasch du öppis berüehre, ohni berüehrt z werde?

Kinder lieben Knöpfe. Am Kochherd, im ÖV oder im Lift. Sie streiten sich darum, wer ihn drücken darf. Wenn man drückt, passiert etwas. «Aalange» ist eine performative Klein-Raum-Installation - ein transformierter Veloanhänger, der als Bühnenbild dient und mit aktivierbaren Objekten das Berühren, Drücken, Knaufen, Streicheln, Zerquetschen und Greifen in den Fokus rückt. In einer Welt, in der Knöpfe und Kabel verschwinden und der Höhepunkt der Touch-screen-Ära erreicht ist - wollen wir ein Erfahrungsraum schaffen, indem Haptik und das Erfahren über die Hände zum Mittelpunkt von Ausdruck und Kommunikation wird. So soll der Berührungsarmut und der Angst vor dem Berührt werden entgegengewirkt werden. Anfassbares macht die Welt und uns darin spürbar, so entsteht Verbundenheit. Mit uns selbst und unseren Fingerbeeris als Teil dieser Welt.

Bei was reagierst du beim Anfassen mit Ekel, Neugier, Angst oder Hühnerhaut? Und wie siehts aus, wenn da plötzlich eine andere Hand ist?

Das Kollektiv häpp chläpp

Das Kollektiv besteht aus Joya Imhof, Noah Beeler und Noemi Hess, welche mit «Aalange» ihre erste gemeinsame Stückentwicklung für Kinder ab 4 Jahren in Angriff nehmen.

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